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Basketball im Kölner Grüngürtel - ein Angebot

Viel und lange wurde über einen neuen, gesponsorten Basketballplatz im Inneren Grüngürtel diskutiert - an dieser Stelle ein Angebot von denen, die im ganzen Prozess nicht angehört wurden: die Basketballer:innen vor Ort.

Die Vorgeschichte

Unter dem etwas umfangreichen Titel "Sportentwicklungsplanung - Sponsoringvertrag mit der Firma SNIPES SE - Neubau eines Basketball- bzw. Streetballplatzes im Inneren Grüngürtel zwishen Venloer Straße und Vogelsanger Straße" wurde seit Sommer 2020 politisch über die Annahme eines geschenkten/gesponsorten Basketball-Courts im Inneren Grüngürtel diskutiert. 

Im Januar 2021 positionierte sich unsere Wähler:innengruppe bereits eindeutig gegen das Vorhaben; im Juni 2021 verdeutlichten wir dies nochmals - gemeinsam mit einigen aktiven Basketballspielern - durch unsere Auszeichnung zum Park des Monats Juni 2021.

Die Entscheidung naht

In den vergangegen Wochen berieten nun sowohl der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün sowie die Bezirksvertretung Innenstadt final das Vorhaben. Während der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün das Sponsoring als "endgültig abgelehnt" beschloss, gab es in der Bezirksvertretung Innenstadt ein heterogeneres Bild, bei dem letztendlich ein ersetzter Beschluss gefasst wurde:

Die Bezirksvertretung Innenstadt beschließt

1. Der Rat der Stadt Köln schließt sich dem Votum des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün an, dem sich die Bezirksvertretung Innenstadt anschließt und stimmt dem Abschluss eines Sponsoringvertrages zum Neubau einer Basketball- bzw. Streetballanlage zwischen der Stadt Köln (Sportamt) und der Fa. SNIPES SE in der vorliegenden Fassung nicht zu. Stattdessen sollen die Ergebnisse des Ortstermins am 21.9.2021 berücksichtigt werden und in geeigneter Form in eine neue Beschlussvorlage einfließen.

2. Die bestehende Basketball- bzw. Streetballanlage wird saniert und maßvoll vergrößert um dem gestiegenen Andrang gerecht zu werden. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht wesentlich mehr Grünfläche versiegelt wird als bislang. Es sind entsprechende ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu treffen.

3. Statt den benachbarten asphaltierten Tennisplatz als Abstellfläche für Food- und Merchandise-Trucks zu missbrauchen, wird dieser ertüchtigt und in einen zeitgemäßen Zustand saniert. Dafür sind Mittel aus der Sportentwicklungsplanung, dem Stadtverschönerungsprogramm und/oder bezirkliche Mittel für Straßen und Plätze zu akquirieren.

4. Die im Sponsoringvertrag vorgesehenen kommerziellen Veranstaltungen und Events können im Grüngürtel nicht gestattet werden, da dieser unter einem besonderen Schutz steht. Auch ist auf Tribünen und andere feste Aufbauten im Naherholungsgebiet zu verzichten.

5. Sollte eine Kooperation mit der Fa. SNIPES SE nicht in verantwortbarer Form möglich sein, wird des Basketballplatz an seinem jetzigen Standort zeitnah in städtischer Regie saniert oder neugebaut. Dabei ist der Dialog mit den Nutzer*innen zu suchen.

6. Die Sponsoringrichtlinie der Stadt Köln ist dahingehend zu überarbeiten, dass sie transparente Kriterien und klare Orientierungshilfen für die politischen Entscheidungsgremien formuliert.

Abstimmungsergebnis:

Mit den Stimmen von Grüne, Die Linke, Klimafreunde und Die Partei gegen die Stimmen von CDU und FDP bei Enthaltung SPD zugestimmt.

Nun entscheidet der Kölner Rat am 09.11.2021 final zum Thema.

"Die bestehende Basketball- bzw. Streetballanlage wird saniert und maßvoll vergrößert"

und "Dabei ist der Dialog mit den Nutzer*innen zu suchen." stellen dabei eindeutige Anforderungen seitens der Politik an die Stadtverwaltung - denn, in den vergangenen 15 Monaten wurden die "Nutzer*innen", sprich die vor Ort seit teilweise vielen Jahren spielenden Basketballer:innen bisher zu 0,0% eingebunden (mit der Ausnahme eines engen Austauschs mit uns).

Unter anderem mit einer eingereichten Bürgereingabe, versuchten die vor Ort spielenden Basketballer:innen als gleichberechtigter, aber zumindest als anzuhörender, Partner im Prozess der vergangenen Monate sich zu beteiligen. Bisher leider weiterhin erfolglos. Aber die zuvor genannten beiden Formulierungen geben Hoffnung auf eine Besserung für die Zukunft.

Das "neue" Angebot

In den vergangenen Monaten hat sich ein Team der Basketballer:innen mit vielen inhaltlichen Facetten der Sanierung des bestehenden Platzes auseinandergesetzt, denn mehrheitlich ist das vor Ort der primäre Wunsch.

Sei es der potenzielle Kostenrahmen einer Sanierung (siehe folgende Bilder) oder die qualitative Gestaltung des Courts nach einer Sanierung (ja, liebe Stadt Köln, alle bekannten Kölner Basketballplatz-Sanierungen bzw. -Neubauten der letzten Jahre - hallo Florastr., hallo Zoobrücke - werden da eher als suboptimal angesehen, da nicht aus den Augen der Spieler:innen gedacht, geplant und umgesetzt wurden) - alles, wirklich alles(!) spricht dafür, die Sanierung des bestehenden Courts gemeinsam und auf gleicher Augenhöhe mit der Community vor Ort anzugehen. Und das GUTe und Schöne daran ist, die Community vor Ort hat Bock darauf - nutzt dieses Angebot für eine sinnvolle Sanierung und den Dialog mit den Akteur:innen vor Ort!

Ach ja, ein bisschen was fürs Auge gibt es auch noch:

Beispielhafte Visualisierung des sanierten - bestehenden - Basketball-Courts

Dieses "Angebot" stammt von Matthias Kaiser plus Team aus der Basketball-Community im Inneren Grüngürtel und wird durch den Arbeitskreis Grün von GUT Köln unterstützt.

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